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Pressemitteilung: Wie gewinnt man die Aufmerksamkeit spanischer Journalisten?

04.06.2026

Die Pressemitteilung ist geschrieben. Das Produkt ist stark und der Markteintritt strategisch sinnvoll. Vielleicht gibt es sogar eine neue Niederlassung in Madrid oder Barcelona.  Viele Unternehmen aus dem deutschen Sprachraum sehen dies als ideale Ausgangslage, um in der Presse zu erscheinen, sind dann aber enttäuscht: “Wir haben doch eine gute Nachricht. Warum berichtet niemand darüber?“

Beim Eintritt in den spanischen Markt passiert häufig derselbe Fehler. Bereits bestehende Pressemitteilungen werden einfach ins Spanische übersetzt mit der Hoffnung sie funktionieren. Allerdings wird dabei eine wichtige Grundregel übersehen, denn Journalisten in Spanien sind nicht auf der Suche nach Unternehmensnachrichten; sie suchen ein Narrativ, das für ihre Leser relevant ist. Unternehmens-Monologe wie „Wir freuen uns, bekanntzugeben…“ oder „Unser innovatives Produkt…“ allein interessieren kaum, denn in Spanien herrscht eine andere Medienkultur. Und genau hier beginnt die Kommunikationsreise in Spanien.

 

Das eigentliche Problem: Unternehmen erzählen oft die falsche Geschichte

Technische Fakten, eine neue Partnerschaft, eine neue Niederlassung oder eine Produkteinführung garantieren keine Aufmerksamkeit. Trotz perfekter Übersetzung reicht die Sprache allein nicht. Das mag hart klingen, aber es ist wichtig zu verstehen, dass Journalisten jeden Tag Hunderte von Pressemitteilungen erhalten. Viele davon sind professionell geschrieben und enthalten durchaus interessante Informationen. Trotzdem landen sie im Papierkorb. Warum? Weil sie keinen Konflikt, keine Spannung und keinen menschlichen Bezug enthalten.  

Die stärksten Geschichten beginnen selten mit dem Unternehmen selbst. Sie beginnen mit einem Problem. Vielleicht kämpft eine Branche in Spanien mit Fachkräftemangel. Vielleicht leiden Unternehmen unter steigenden Energiekosten. Vielleicht verändert KI gerade komplette Geschäftsmodelle. Wenn Ihr Unternehmen Teil dieser größeren Geschichte wird, entsteht Relevanz.  Dann geht es plötzlich nicht mehr um „eine deutsche Firma, die in Spanien expandiert“, sondern um Veränderung, Chancen, Perspektiven. Das Aufzeigen von Zusammenhängen und Auswirkungen auf den lokalen Markt ist dabei von zentralem Interesse für spanische Journalisten.

  

Unternehmensfloskeln funktionieren nicht

Spanien hat eine andere Medienkultur. Andere Prioritäten. Andere Emotionen. Hier zählen Nähe, Persönlichkeit und gesellschaftliche Relevanz; spanische Medien lieben personenbezogene Geschichten. Viele deutsche Unternehmen kommunizieren sehr sachlich, kontrolliert und faktenorientiert. Das funktioniert intern oft hervorragend. Für Medienarbeit in Spanien reicht es jedoch selten aus.   Spanische Journalisten suchen Charaktere, Motivation und echte Emotion. Die Geschichte eines Gründers, der nach langem Abwägen den Schritt nach Spanien wagt, ist viel interessanter als eine nüchterne Marktanalyse. Eine lokale Kundenrezension ist wichtiger als zehn Produkt-Features; Menschen erinnern sich an Geschichten, nicht an Unternehmensclaims. Aus der Sicht der Journalisten interessiert:

 

  • Wer steckt hinter dem Unternehmen?
  • Warum gerade Spanien? Und warum zu diesem Zeitpunkt?
  • Welche Herausforderungen gab es?
  • Was bedeutet das für Kunden oder Mitarbeiter vor Ort?
  • Welche Vision treibt die Expansion an?

  

Andere Perspektiven für eine interessante Geschichte

Die erfolgreichsten internationalen Marken verstehen etwas Entscheidendes: Sie machen sich nicht selbst zum Helden der Geschichte. Der Held ist immer der Kunde, der Markt oder die Gesellschaft. Das Unternehmen ist der Begleiter, der Problemlöser, der Experte. Genau dieser Perspektivenwechsel verändert PR komplett. Statt zu sagen: „Wir haben eine innovative Software entwickelt.“ fragen erfolgreiche Unternehmen: „Welches Problem lösen wir für spanische Unternehmen, das bisher ungelöst war?“ Plötzlich entsteht eine Story mit Spannung und Bedeutung.

Die erfolgreichsten Kampagnen bei Markeintritten in Spanien (und anderswo) sprechen nicht zuerst über Technologie oder Wachstum. Sie sprechen über Auswirkungen auf Menschen und die Arbeitswelt. Was passiert mit dem Unternehmensumfeld in Ihrem Sektor? Welche Chancen entstehen? Das ist der Stoff, aus dem mediale Aufmerksamkeit entsteht.

Medienarbeit in Spanien ist Beziehungsarbeit

Ein weiterer Irrtum: Viele Unternehmen glauben, eine Pressemitteilung allein sei bereits eine PR-Strategie. In Wirklichkeit sind Pressemitteilungen bloß ein Werkzeug unter vielen.  Spanien hat eine andere Medienkultur, andere Prioritäten. Erfolgreiche Medienarbeit basiert stark auf persönlichen Beziehungen und Vertrauen, denn Journalisten möchten mit Menschen sprechen, nicht nur Word-Dokumente erhalten. Für Ihr Unternehmen heißt das, lokale Themen zu verstehen, um exklusive Gespräche und Expertenmeinungen anzubieten. Für Kommentare zu aktuellen Entwicklungen sollte das Unternehmen schnell erreichbar sein. Marken, die in der Lage sind, regelmäßig relevante Perspektiven zu liefern, entwickeln Glaubwürdigkeit und langfristige Sichtbarkeit, zwei der Grundpfeiler moderner PR.

 

Aufmerksamkeit durch Relevanz

Aufmerksamkeit entsteht selten durch Lautstärke. Sie entsteht durch Resonanz. Die besten Geschichten fühlen sich relevant an, weil Menschen sich darin wiederfinden. Gerade beim Markteintritt in Spanien geht es deshalb nicht nur darum, präsent zu sein, sondern auch verstanden zu werden. Unternehmen, die das können, bauen nicht nur Medienpräsenz auf. Sie schaffen Vertrauen. Beziehungen. Sichtbarkeit mit Substanz. Und genau daraus entstehen langfristig Kunden, Partnerschaften und Wachstum. Ausländische Unternehmen, die in Spanien Fuß fassen möchten, brauchen eine Geschichte, die Journalisten weitererzählen wollen. Eine Geschichte mit einem klaren Problem, einer spannenden Reise und einer Lösung. Am Ende erinnert sich niemand daran, wie „innovativ“ Ihr Unternehmen war. Menschen erinnern sich aber sehr wohl daran, wer ihnen geholfen hat, ein bestehendes Problem zu lösen. 

Pressemitteilungen mit einem spannenden Narrativ erhöhen die Chancen auf eine Publikation. 

 

 

 


FAQs

Übersetzte Pressemitteilungen scheitern häufig, weil sie lediglich Inhalte übertragen, aber nicht die Erwartungen spanischer Journalisten berücksichtigen. Diese suchen keine reinen Unternehmensmeldungen, sondern relevante Geschichten mit lokalem Bezug, Spannung und gesellschaftlicher Bedeutung.

Spanische Journalisten interessieren sich vor allem für Geschichten mit menschlichem Bezug, klarer Relevanz für ihre Leser und einem nachvollziehbaren Problem. Persönlichkeiten, Emotionen und konkrete Auswirkungen auf den lokalen Markt stehen im Vordergrund.

Nein, eine Pressemitteilung ist nur ein Werkzeug. Erfolgreiche PR in Spanien basiert auf langfristigen Beziehungen zu Journalisten, regelmäßiger Kommunikation und relevanten Beiträgen zu aktuellen Themen.

Ein häufiger Fehler ist, Unternehmensnachrichten in den Mittelpunkt zu stellen, anstatt eine relevante Geschichte zu erzählen. Zudem wird oft unterschätzt, wie wichtig kulturelle Unterschiede in der Medienarbeit und persönliche Beziehungen zu Journalisten sind.

Langfristige Aufmerksamkeit entsteht durch kontinuierliche Relevanz, glaubwürdige Geschichten und aktive Beziehungspflege. Unternehmen sollten regelmäßig Perspektiven zu aktuellen Entwicklungen bieten und sich als vertrauenswürdige Experten positionieren.